hr – blog: Meine ganz persönliche Auseinandersetzung mit Gott und der Welt

Sarrazins Gene

Tja, der Sarrazin. Er wollte immer in der ersten Liga spielen und dann hat’s doch nur für den Kassenwart gereicht. Da kann man nichts machen, wenn man’s nicht in den Genen hat. Immerhin haben wir durch ihn nun die Wahrheit über das Juden-Gen erfahren.

Gut, das hatte jetzt vielleicht nichts mit seinem Thema zu tun, doch es musste einfach mal gesagt werden. Er hätte auch sagen können, dass alle Schweine ein gemeinsames Gen haben. Das wäre auch die Wahrheit gewesen und hätte mit seinem Thema auch nichts zu tun gehabt. Er hat statt der Schweine nun mal die Juden gewählt. In Hinsicht auf die genetische Wahrheit ist das völlig egal.

Es soll ja tatsächlich Leute geben, die glauben, dem Sarrazin gehe es um Deutschland.
Sorry Leute – aber Ihr habt keine Ahnung von den Genen.
Es gibt auch ein Gen für übersteigerte Geltungssucht. Der Sarrazin hat es, der Broder hat es, der Westerwelle hat es …

Ginge es dem Sarrazin um Deutschland, hätte er seine Thesen im Internet veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Hat er aber nicht. Denn der Sarrazin hat auch ein Geldgen. Ein Finanzer eben.

Sarrazin ist sauer über seinen drittklassigen Posten bei der Bundesbank und er ist ein Pfennigfuchser. Und sein Kalkül geht so: Der deutsche Medienpöbel lässt sich leicht provozieren, daraus lässt sich Kapital schlagen, also mach ich ein Buch. Das mach ich so, dass die Bundesbank mich rausschmeißen muss. Ich gehe allerdings nur so weit, dass mir jedes Gericht eine Abfindung zuspricht. Für den Rest hab ich dann ausgesorgt.

Wer jetzt jedoch mutmaßt, dass der Sarrazin auch ein jüdisches Gen hat, der ist wirklich ein Rassist.

Thilo Sarrazin hatte ganz offensichtlich nicht viel Glück mit seinen Genen. Wir sollten ihm das zugute halten!

Der Deutsche Michel gegen Google Street View

Wohin man in Deutschland auch immer den Blick wendet, der Deutsche Michel feiert fröhliche Urständ. Seine hervorragendsten Eigenschaften: Kleingeistigkeit, Intoleranz, Egoismus und Denkfaulheit. Seit in Bayern das totale Rauchverbot verhängt wurde, weiß man es: Das Kleine Arschloch gibt es wirklich. Es bringt kein Studium zu Ende, rennt aber mit Unterschriftslisten von Haus zu Haus und schwadroniert da heftig über die mangelnde Bildung im Land. Soweit das Kleine Arschloch.

Daß es noch größere Arschlöcher gibt, stellte kurz darauf die Hamburger Bürgerschaft unter Beweis. Richtigstellung: Nicht die Hamburger Bürgerschaft hat einen Sieg errungen, es war die Hamburger Kleinbürgerschaft.

Die Ideale des Bürgertums heißen Freiheit – Gleichheit und Brüderlichkeit!

Erinnert sich noch wer? – Nie waren wir weiter davon entfernt!

Jetzt ist das Heer der Zipfelmützen auf Google Street View im Anmarsch. Und die größten Arschlöcher allen voran. Nicht, dass ich mit den Amis irgendwas am Hut hätte, doch nachdem nun auch über alle Medien – und zwar fast ohne Ausnahme – der Kampf gegen die Informationsfreiheit ausgebrochen ist, scheint eines klar: Die Zipfelmützen haben das Land erobert.

Was die Medien und sogennante Fachjournalisten an haarstreubendem Unsinn über das Vorhaben von Google in die Welt setzen, ist an Dummheit und Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Die Dummheit besteht vor allem darin, dass diese Herrschaften mit jeder Einschränkung des Rechtes am Straßenbild (Straßenbildfreiheit – oder Panoramafreiheit) den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen, denn niemand ist auf dieses Recht so angewiesen wie der freie Journalismus. Die Dreistigkeit jedoch, mit der versucht wird, die Öffentlichkeit zu manipulieren, ist kaum noch zu überbieten.

Selbst in einer Sendung wie dem Ct-Magazin, die vorgibt moderne Technik für Hinz und Kunz verständlich zu machen, entblödet sich das Redaktionsteam nicht, Google Street View die Absicht der Ausspähung von Privatwohnungen zu unterstellen. Wörtlich heißt es da in einem Sendebeitrag “So kann jeder jedem ins Wohnzimmer schauen und etwas über den anderen rauskriegen”. Das ist der Gipfel der Desinformation, das ist Volksverdummung und es ist auch Volksverhetzung in Reinkultur.

Google Street View macht eine Momentaufnahme, einen Zehntelsekundenausschnitt einer einmaligen und zufälligen Situation vor einer Hausfassade, die dann vermutlich alle fünf bis zehn Jahre einmal wiederholt wird, um das Datenmaterial einigermaßen aktuell zu halten. Es wird niemand beobachtet und es wird niemand ausgespäht. Beides hätte zur Voraussetzung, dass über einen längeren Zeitraum Daten permanent erfasst würden. Aber das spielt für die selbst ernannten Richter keine Rolle. Da wird mit dem Mob geheult, damit die Quote stimmt. Jämmerlich.

Jämmerlich schon deshalb, weil es in diesem Lande keinen ernst zu nehmenden Widerstand gegen die unzähligen Adressdealer gibt, die mit unseren persönlichsten Daten Geschäfte machen – und zwar auch ziemlich schmutzige – und niemand kann und will uns davor schützen. Noch jämmerlicher insbesondere, weil man von noch keinem dieser journalistischen Weicheier einen ernst zu nehmenden Beitrag gegen das Swift-Abkommen gehört hat. Kein Aufstand in Deutschland, wenn per Gesetz die eigenen Bankdaten – und zwar nicht einmalig, sondern permanent – an einen US-Geheimdienst ausgeliefert werden, der noch vor keinem Verbrechen in der Welt zurückgeschreckt hat.

Aber wenns um ein Foto vom eigenen Gartenzwerg geht, dann probt Michel den Aufstand.

Ich könnte kotzen.

PS.
Der Autor ist lebenslanger Nichtraucher
Eine gute Idee: Resthäuser fotografieren

Westerwelles Erektionen

Wenn es wahr ist, dass Adolf Hitler bei seinen Reden regelmäßig eine Erektion bekam, dann ist Guido Westerwelle der wandelnde Priapismus. Währe diese Gesellschaft noch zurechnungsfähig, gäbe es hier und jetzt noch irgendwelche Maßstäbe, dann hätte man den heutigen deutschen Außenminister schon nach seiner Selbsternennung zur Freiheitsstatue Deutschlands mit möglichst wenig Aufsehen in eine Anstalt verwiesen. Welche Peinlichkeiten wären uns erspart geblieben. Doch leider hat diese Gesellschaft wirklich alles Maß verloren.

Ursache dieser Maßlosigkeit ist ein umfassender Mangel an Bildung. Demgegenüber steht die faszinierende Tatsache, dass hierzulande jeder glaubt, alles zu können. Nirgends in Politik und Wirtschaft findest Du jemanden, der Dir offen sagt, das können wir nicht. Die dümmste aller gesellschaftlichen Verabredungen, die Marktwirtschaft, führt dazu, dass niemand mehr Schwachstellen zugibt. Jeder kann alles.

An forderster Front – wie soll es anders sein – Journalismus und Politik. Nun, es gibt noch eine handvoll Journalisten, die ordentlich recherchieren, die zumindest über ein Minimum an Kenntnissen über den Gegenstand ihres Schreibens verfügen, doch diese sind in der Minderheit. Und es werden weniger. Und in der Politik? …

Man kann in diesem Land ohne substantiellen Widerspruch gleichzeitig einen Mindestlohn ablehnen und einen Unterschied zwischen den Einkommen von Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen fordern. Dass diese Forderung ein Ausdruck hochgradiger Dummheit und ein Ausweis der Unfähigkeit zu logischem Denken ist, bleibt weitgehend unreflektiert.
Jede Forderung nach einem Mindestlohn wird von den Ideologen der Marktwirtschaft mit diesen Argumenten abgebügelt: „Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer – Löhne sind Sache der Tarifparteien – der Staat hat nur die Rahmenbedingungen festzulegen. Und du glaubst es nicht: Bei dem Argument, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer ist, zuckt selbst Sara Wagenknecht nur noch mit den Schultern.

Herrschaften, wenn der Staat einen gesetzlichen Mindestlohn festlegt, dann geriert er sich damit weder als Unternehmer, noch greift er in die Tarifautonomie ein. Er tut, wozu er da ist, er legt die gesetzlichen Rahmenbedingungen fest. Denn nur dies meint gesetzlicher Mindestlohn: Ein nach unten abgesteckter Rahmen, eine nach unten festgelegte Grenze, über die hinaus jede wirtschaftliche Tätigkeit amoralisch ist. Tarifautonomie beginnt jenseits des Mindestlohnes. Ein Lohn, der nicht zum Leben und zur Vorsorge hinsichtlich einer über die Notdurft hinaus gehenden Lebensfähigkeit auch nach Erreichung des Rentenalters reicht, ist asozial. Noch deutlicher: Ein Mindestlohn muss nicht nur heute zum Leben reichen, sondern er muss auch die Vorsorge zu einer lebenswürdigen Rente möglich machen. Wie hoch dieser unter Einbeziehung der Inflationsrate und des demografischen Faktors heute sein müsste, könnten doch solche Chefideologen der Marktwirtschaft wie Raffelhöschen und Hüther einmal ausrechnen.

Es wird Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, dass alle Politik der vergangenen vierzig Jahre erfolglos war. Vom Ergebnis her ist festzustellen, dass wir vom Ziel jeglicher Politik, nämlich der Sicherung der gesellschaftlichen Überlebensgrundlagen aller geborenen Menschen, weiter denn je entfernt sind. Ja, aller geborenen Menschen.

Denn, das weiß selbst die FDP, dass man ein gerüttet Maß an „Humankapital“ braucht, um von der geheiligten Marktwirtschaft maßgeblich profitieren zu können.

Nun ist das mit dem Humankapital wie mit allem Kapital. Soll es etwas abwerfen, muss man investieren. Allerdings ist es mit der genetischen Verteilung bei der Menschenproduktion leider so bestellt, wie bei der Produktion von Gold und Diamanten. Man fördert viel Unverwertbares, ehe man des Edlen habhaft wird. Und da wir in einer Marktwirtschaft leben, ist es mit der Diamantenförderung wie mit der Menschenförderung: Die sie sich zu nutze machen, lassen Wüsten zurück, für die sie sich niemals verantwortlich fühlen.

Wem das hier ein wenig zu faschistoid klingt, der sollte nicht auf den Autor schimpfen. Es ist tendenziell faschistoid, die Gesellschaft in Leistungsträger und Minderleister einzuteilen. Wer zu Adolfs Zeiten ganz allgemein von seiner Zugehörigkeit zur Herrenrasse sprach, meinte nichts anderes, als diejenigen, die heute von den Leistungsträgern dieser Gesellschaft faseln: Damals wie heute wird damit die Gesellschaft eingeteilt in wertvolle und weniger wertvolle Menschen. Und soweit sind wir schon wieder.

Ich fürchte keine Renaissance der Verbrennungsöfen, doch die Ghettos, die liegen schon auf den Reißbrettern.

XIII – II – MMX

Neue Bürgerlichkeit

Selbst die politische Linke – in dieser neuen alten Welt mit ihren alten neuen Umständen – reklamiert Bürgerlichkeit für sich.

Die größte Tugend des Bürgers ist gleichzeitig sein größtes Verbrechen.

Es ist seine Bereitschaft um Vergebung zu bitten, noch bevor er seine Schuld überhaupt begriffen hat.

 Scheinheiligkeit ist die erste Bürgerpflicht.

 X – XI – MMIX

Die Wester-Welle

Das war doch schon längst einmal an der Zeit, dass wir es dem Rest der Welt wieder einmal deutlich sagen: In Deutschland wird Deutsch gesprochen. Endlich wieder klare Verhältnisse. Mit unserem deutschen Guido geht endlich wieder ein Ruck durch das Land.

Zwar stand die selbsternannte Freiheitsstatue der Deutschen bei ihrer gestrigen ersten Pressekonferenz als Außenminister in spe eher wie eine Bockwurst ohne Darm im Wind der Reporterfragen, doch die Lohnschreiberlinge des Focus können auch darin nichts anderes erkennen, als einen Vorgeschmack auf ein neues staatsmännisches Selbstbewusstsein.

Es ist etwas Merkwürdiges mit den Deutschen. Immer, wenn vor ihnen einer steht, der mit einem Impetus redet, der aufs Deutlichste erkennen lässt, dass der Redner ob seiner eigenen Rede einem nicht enden wollenden Priapismus anheim gefallen ist, immer dann erfüllt das den Deutschen Michel mit Stolz und Zuversicht.   

Deutschland hat endlich wieder einen Außenminister, der keine Kompromisse macht. Kompromisslosigkeit dürfte eine neue – eine echt deutsche – Tugend  sein für den ersten Diplomaten eines Landes. Es wird also eine Welle nicht nur durch unser Land gehen. Eine Wester-Welle. Eine Welle neuer Deutscher Freiheit.

XXX – IX – MMIX

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