Die Reichensteuer
Dummheit und Dreistigkeit nehmen in dieser Gesellschaft in einem Maße zu, das für einen normal denkenden Menschen die Schwelle der Erträglichkeit inzwischen um Lichtjahre überschritten hat.
Da mäkeln heute in ganz Deutschland die Lobbyisten der Reichen und die auf ihrer Schleimspur kriechenden Hofberichterstatter, dass die 1,2 Milliarden Euro, die eine Reichensteuer dem deutschen Staatshaushalt bringen würde, nur ein Tropfen auf den heißen Stein wären. Es würde sich hier ja nur um einen symbolischen Akt handeln, der die SPD und ihre linke Klientel befriedigen solle, tönt es aus den Zentralen der Meinungsmacher und ein Heer von hirnlosen Journalisten ist mit eilfertiger Feder und mit für jeden Schwachsinn weit geöffneten Mikrofonen schnell dabei, dieser Ideologie auch noch Raum zu verschaffen.
Anstatt das eigene Hirn einzuschalten und sich eventuell einmal eine rechnerische Vorstellung davon zu machen, wie viel Geld 1,2 Milliarden Euro sind, schwätzen die sonst angeblich stets um Ideologiefreiheit bemühten Lohnschreiber und -redner munter nach dem Munde ihrer Brötchengeber und das Schönste ist, ein großer Teil hirnlosen Volkes schwätzt es ihnen nach.
Von 1,2 Milliarden Euro, meine Damen und Herren Schwätzer, lassen sich in Deutschland die Kosten für fast 50% aller Theater bezahlen. In Arbeitsplätzen ausgedrückt sind das mehr als 15000 Arbeitsplätze.
Von 1,2 Milliarden Euro lassen sich locker die Kosten der Öffentlichen Bibliotheken in ganz Deutschland bezahlen und sie könnten um wesentliche Bestände erweitert werden.
Auch die Gesamtheit aller Museen in Deutschland könnte auf zusätzliche Mittel beinahe gänzlich verzichten, wollte man die Reichensteuer ausschließlich zu deren Finanzierung verwenden.
Also, meine Damen und Herren Schwätzer, ab und zu mal das Hirn einschalten.
XII – IX – MMV
Hartmut Runge Jahrgang 1953 Maschinenbauer Fotofachverkäufer Hilfsarbeiter Hausmeister Regieassistent Theaterdramaturg Buchautor Kritiker Geschäftsführer